|
Ödenburg und seine Stadtdörfer
|
| Lehrer, Schule und Unterrichtswesen |
|
|
|
Im Jahre 1558 war Agendorf die größte Stadtgemeinde – nächstgrößte war Harkau. In diesen Jahrzehnten wurde, dank der gesegneten Arbeit der treuen evangelischen Lehrer, deren Namen leider unbekannt sind, erfolgreich unterrichtet. Mittel der Verbreitung der protestantischen Lehren war außer der Kanzel die Schule. Das Lesen der Bibel war Pflicht. Es trug wesentlich zur Verbreitung der Lese- und Schreibkenntnisse bei und half bei der Erhöhung des allgemeinen geistigen Niveaus. Der Protestantismus erreichte seine ersten Erfolge durch die Schule
Im Jahre 1786 betrug die Einwohnerzahl der Gemeinde 1085 Personen. Der Schulunterricht unterlag der Obergewalt der evangelischen Kirche. Am 21. September 1788 wurden die schulpflichtigen Kinder zusammengeschrieben. Es gab 134 schulreife evangelische Kinder, davon 70 Jungen und 64 Mädchen. Es gab nur 20 schulpflichtige katholische Kinder. 90% der Bevölkerung war evangelisch. Die im Jahre 1789 dagewesene köngiliche Komission entschied, dass der evangelische Lehrer der Schuldirektor sei und der katholische Lehrer sein Gehilfe. Zu dieser Zeit zählte das Dorf 960 evangelische und 125 katholische Seelen. Im Jahre 1820 vererbte der in Agendorf geborene und in Wien wohnhafte Michael Selter der evangelischen Schule Golddukaten. Von dieser Summe wurden Schulmittel gekauft. In der gleichen Schule wurde 1810 die öffentliche Prüfung zu Ostern eingeführt. Im Schuljahr 1829/30 wurde neben der deutschen auch die ungarische Unterrichtssprache eingeführt, aber mit wenig Erfolg. Im Jahre 1889/90 wurde die Schule mit der Lehrerwohnung zusammen auf dem Lutherplatz gebaut. Der Unterhalt der Lehrer wurde durch wöchentliches Schulgeld gesichert. Zu dieser Zeit sollten wöchentlich 3 Kreuzer pro Kind bezahlt werden.
Die Katholiken hatten auch eine Schule. Da es zu wenig Katholiken ab, übertraf die Schülerzahl nie 20. So verdiente der Lehrer anhand der geringen Schülerzahl wenig. So musste der katholische Lehrer auch hart körperlich arbeiten, um seiner Familie den Lebensunterhalt sichern zu können. Im Jahre 1929 wurde die evangelische Schule inder Friedhofstrasse gebaut. Das neue Schulgebäude wurde sehr benötigt, weil deie alte Schule zu klein wurde. (Die Schule wurde später zu militärischen Zwecken verwendet – 1944 Lazarett.) Im Jahre 1948 gingen in der Schule grundlegende Veränderungen vor sich. Die Verstaatlichungsverordnung machte es möglich, dass die Kinder ohne sprachliche und konfessionelle Unterscheidung in der staatlichen Schule lernen durften. In den voneinander weiter oder näher liegenden 4 Schulgebäuden beginnt der Unterricht.
|