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Ödenburg und seine Stadtdörfer
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| Schwarzschlachten |
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Von gleicher Strafe woar bedroht,
wer Schweine schwoarz geschlochtet hot. Doch unsre Leut woarn raffiniert
Und hobn sich durchaus nit geniert Zu finden manche Oart und Weisen Mehr Fleisch zu kriagn in die Speisen. Beim Schwoarzobstechn woar holt wichtig,
dass ma mit der Hockn richtig die Sau hot troffn am mittn Hirn, dann tuits ban Stechn neama krin. Des olls is recht vastuhlna gschehn, kua Nochbar derf wos sehn und hehn. Des Sau haaren drinnen in der Schupfn, mehr Saupech drauf, dann geh leicht rupfen, schnöll af die Reim und nur schnöll weg in dÁusloßrein den gschnittnen Speck. In zwoa Stund derf ma nix mehr sehn, dann kann beim Schwoarzschlochtn nix gschehn. Zur Sicherheit, wia es sich ghört
War´s Gossntürl fest versperrt. Am besten woar die Zeit af d´Nocht, do hot ma jo normal nit docht dass einer obsticht eine Sau – des woar sunst in der Früah nur Brauch. Doch ein Problem woar schon dabei
Bei dieser Schwarzobstecherei: Man hot den Gruch vom Schmolz auslossn No gschmeckt bis viri af die gossn. Drum hot ma späida sich nit gschreckt Und eine neue Oart entdeckt Mehr Fleisch zu kriagn af den Teller Und Schmolz und Speck no in den Keller. Jst beim normalen Sau obstechn
Tuit man die Hausschocht-Vorschrift brechn, indem man zum gemeldetn Schwein a zweit obsticht nebendrein. Wann do die Schlochtkontrolle kimmt, de mekt nit dass do wos nit stimmt. Weil – der Schmolzgeruch ist von zweien Schweinen Jo gaor nit mehr als nur von einem. Und d´Nochbarn schweigen sowieso, weil: do sticht jeder a schowarz o. Vor de woar sicher keine Gfoahr, die größte woar, und des is woahr die Kinder unter siebn- ocht Joahr. Weil die tuan unbewusst sich prohln Und derzöln den Freunden olln Dass sie am Samstog vorger Wochen Zwoa Sau af uanmol hobn o´gstochn. Der Gfoahr weicht ma am besten aus, man schickt die Kinder außer Haus. Kontrolle
Doch gfährlich woar, ihr wißts es jeder
Ganz kloarerweis der Schweinewäger. A Nervengschicht woar schon die Froug, wann d’Sau is glegn af der Woug, legt auch den Schädl und die Leber af d’Wouge drauf der Schweinewäger. War auf der Woug dann das Gewicht, schaut jeds dem Wäger in des Gsicht ob er die Gwichta richtig zöhlt, weil dann is es, Gott in der Wölt ols Kümmerer nicht anerkannt. So woarten olle angespannt Bis dann der Wäger amtlich spricht: "Knopp vierzig Kilo is des Gwicht". Damit steht auch behördlich fest: De Hölfte is a Kümmrer gwest. Zwoa Schwoaf
"Betrocht ich doch de Sau zur Gänze,
die beiden Hälften nebnanand, so hot de ganze Sau – zwei Schwänze; de Rass is mir noch nicht bekannt. Drum – liawa Freund – so schau doch drauf Und häng die richtign Hälften auf". Der Hausherr denkt si: Hiath is gföhlt
Und steh mir bei, Gott in der Wölt Und siacht im Geist Gendarmen kemma, und eahm noch Dachau mitzunehma und wird bluitrot in ganzen Gsicht. Der Schweinewäger owa spricht:
"Verlier nur glei die Nerven nicht. Für dich is momentan es besser, du nimmst des schärfste, beste Messer und schneidst von einer Hälfte ganz heraus den hundsverflixten Schwanz. I hob nix ghört, i hob nix gsehn,
wos gschehn is, is holt nicht geschehn. I sog Dir, weilst mei Freund bist: kusch, räum weg den zweiten Schwoaf, husch-husch. Und’s nächstemol, dann schau holt drauf
Beim schoarzobstechn und pass auf". Erkenntnis
Und die Moral von der Geschicht:
Ban Schwoarzobstechn darf man nicht Zwei Schweife zeigen von den Schweinen, sondern – verlfixt nochmal – nur einen! Oder:
Die Moral von der woahren Gschicht, de hoaßt, zwoa Schauschwoaf zoagt ma nit, daß d’es woaßt. Ban Schoarzobstechn, wie i muan Zoag doch um Gottes Wölln nur uan! Autor: Johann Erhardt
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