Diese Zeit ist gekennzeichnet durch die Volkstumskämpfe. Die Gemeinden, die durch ihr Votum für Österreich den Willen bekundeten, ihr Deutschtum zu bewahren, gerieten in Widerspruch zur ungarischen Staatsidee, die ein national einheitliches Staatsvolk zum Ziele hatte.

Noch in der Phase des deutschen Vormarsches besetzte Ungarn bei der Zerschlagung Jugoslawiens im Jahre 1941 das südliche Ungarn (Délvidék) und trat in demselben Jahr gegen Rußland in den Krieg ein. Ungarn berief seine Reservesoldaten ein.

Und in der Tat gestaltete sich das Schicksal der Ungarndeutschen im Interessenkonflikt zwischen Deutschland und Ungarn.
 
Infolge der Gebiets- und Bevölkerungsverluste nach dem 1. Weltkrieg steigerte sich das ungarische Nationalgefühl bis hin zum Rassegedanken (Turanismus). In dieser Atmosphäre gewann der Revisionsslogan "Maradhat ez igy? Nem, nem, soha!" zu deutsch: Kann dies so bleiben? Nein, nein, niemals! auch in der offiziellen ungarischen Politik immer mehr an Bedeutung. Gemeint war die Revision (Änderung) des Friedensvertrags von Trianon.

Der Aufbau des Volksbundes erfolgte erst im Frühjahr 1939, nachdem der Posten des Ministerpräsidenten von Imredy an Graf Teleki überwechselte.
 
In der ungarischen Öffentlichkeit war der Volksbund, der anfänglich nur ein Kulturbund war, ein radikaler Verband. War diese Radikalität nicht die Folge der schleppenden, hinhaltenden und somit verfehlten Minderheitenpolitik der ungarischen Regierung? War nicht die staatlich gelenkte und geförderte Assimilierung der deutschen Bevölkerung Schuld an dieser Entwicklung?

Nach dem Einmarsch der Russen ließen die befürchteten Übergriffe nicht lange auf sich warten. Pfarrer Karl Pröhle schrieb dazu: "Plünderungen und Frauenschändungen waren besonders in den ersten Tagen allgemein. Mädchen und junge Frauen hielten sich im Keller auf und mußten sich oft von Hof zu Hof verkriechen." Die junge Wandorferin Frieda Fürst mußte im elterlichen Haus sterben, weil sie sich der Vergewaltigung widersetzte.

Ungarn hat nun im außenpolitischen Zusammenspiel mit Deutschland sein Ziel teilweise erreicht: Die Revision der Trianoner Grenzen. Die südliche Slowakei wurde bei der Zerschlagung der Tschechoslowakei im März 1939 von den Ungarn besetzt. Der Wiener Schiedsspruch von 1940 brachte ihnen Nordsiebenbürgen ein. In diese hoffnungsvolle Stimmung platzte dann das Protokoll über die deutsche Volksgruppe, die das Verhältnis des Volksbundes zu Ungarn regelte. Der inzwischen ausgebrochene Zweite Weltkrieg am 1.9.1939 berührte Ungarn zunächst nicht unmittelbar.