01 herrsch oedenburgEinleitung

In der Geschichtsschreibung des Burgenlandes wird, wenn vom Schulwesen die Rede ist, vor allem das Werk Gottlieb August Wimmers in Oberschützen in der Mitte des 19. Jahrhunderts in den Vordergrund gestellt. Übersehen wird dabei, dass in Ödenburg und in den Stadtdörfern über 450 Jahre mit zwei kurzen Unterbrechungen ein gut ausgebautes Bildungswesen bestand, das für die Geistesgeschichte der Region, darüber hinaus aber ganz Westungarns, eine hervorragende Wirkung entfaltete. Diese ging weit über die Konfessionsgrenzen hinaus und prägte die gesamte gesellschaftliche Entwicklung. Es soll hier in einem Längsschnitt ein Überblick über dieses Bildungswesen geboten werden. Im Mittelpunkt stehen dabei die höheren Schulen der Stadt, aber auch die Dorfschulen sollen berücksichtigt werden.

Die Güte des Ödenburger Weins war überall bekannt.
 
In einem Ratsprotokoll der Stadt, laut welchem man sich ncht einigen konte, welcher Jahrgang (1644 oder 1669) der Beste war, steht folgendes: "......genug, dass in beiden angezeigten Jahren von ganz Deutschland die Kostbarkeit des Ödenburger Weins gerühmt und gepriesen wird....". Wegen seiner Güte wurden auch für die Tafel des kaiserlich/königlichen Hofes in Wien und Preßburg (damals Hauptstadt Ungarns) Ödenburger Weine bestellt.
So wurden 1580 12 Fässer für Erzherzog Ernst und 3 Fässer für Erzherzog Maximilian und 1602 12 Fässer Weiß- und 1 Faß Rotwein, sowie 12 Fässer für den Kaiser und die Kammer nach Preßburg und 100 Eimer für den königlichen Haushalt in Wien bestellt. 1630 wurden sogar 5 Fässer "süßer Ödenburger" für die Kaiserin, die magenkrank war, da ihr der spanische Wein nicht mehr zuträglich war. Noch viele Briefe und Protokolle, die im Archiv der Stadt aufbewahrt werden, bezeugen, wie geschätzt und begehrt der Ödenburger Wein war.

1150 Jahre Odinburgh Im Jahre 859, also vor 1150 Jahren, stellte Ludwig der Deutsche (->Wikipedia) jene Urkunde aus, in der Odinburch – Ödenburg erstmals urkundlich erwähnt wird. Offenbar wird dieses Ereignisses weder in Sopron noch in Bad Wimpfen gedacht. Es soll daher zumindest zum Anlass genommen werden, in diesem Aufsatz nochmals und unter Berücksichtigung des heutigen Wissensstandes, auf die Entstehung und Entwicklung des Ortsnamens einzugehen.

Der „Chuomberg“ ist der Wienerwald, freilich nicht im heutigen Sinn, sondern damit ist der gesamte Ostalpenrand zum Wiener Becken hin, also auch das Rosaliengebirge und das Ödenburger Bergland, so wie der karolingerzeitliche Witanesberg mit dem Wechselmassiv zu identifizieren ist und mit seinen Ausläufern das Bernsteiner- und das Günser Gebirge einschließt. Dort ist die Namenskontinuität gesichert. Der „Chuomberg“ reichte also bis unmittelbar an das Schenkungsgebiet heran. Die Raab liegt zwar weiter weg, allerdings könnte damit auch die Rabnitz, die „Kleine Raab“, wie sie früher auch genannt wurde, gemeint sein, was auch Mollay in Erwägung zieht. Für eine großräumige Lagebestimmung reicht das allemal noch aus, besonders mit dem Zusatz, bis zu dem Ort, „wo die Ebene in die Berge übergeht“. Das ist eindeutig - und dort liegt auch Odinburch- Ödenburg. Zusätzlich wird die Schenkung auch noch kleinräumig abgegrenzt, mit dem „Nussbach“ und mit den Besitzungen des Amalger und des Waltilo (Walter), die Mollay glatt unterschlägt. Eine genaue Lokalisierung ist freilich nicht möglich, da die Bezeichnung Nussbach verschwunden ist. Eine Gleichsetzung mit der Eika (Ikwa), dem „Eichenbach“, oder dem Loipersbacher Loosbach, wie sie Fritz Zimmermann vornahm, ist jedenfalls nicht möglich (Loosbach hat eine slawische Wurzel, von „Loza“=Wald). Auf die Lokalisierung des Nussbaches wird man wohl auch in Zukunft verzichten müssen, will man sich nicht erneut auf gewagte Spekulationen einlassen. Die übrigen Angaben sind aber eindeutig genug, so dass nur eine Schlussfolgerung bleibt: Odinburch ist Ödenburg. Und das wird in der heutigen ungarischen Geschichtsschreibung zumeist auch anerkannt.

In Ödenburg und Umgebung war der Weinbau immer schon so wichtig, dass die Stadt schon im Mittelalter durch ihren Weinbau und Weinhandel zu den reichsten Städten des damaligen Ungarns gehörte.
 
Natürlich wurde schon viel früher in unseer Gegend Weinbau betrieben. Der römische Kaiser, Probus, verpflichtete im 3. Jahrhundert n. Chr. seine legionen, in Pannonien, also auch in Scarbantia - wie Ödenburg bei den Römern hieß - die Weinrebe anzupflanzen. 

Der deutsche Ortsname ist nach Mollay in den Jahren 1270 - 1300 entstanden. Die Deutschen hätten also ihre Stadt, die im genannten Zeitabschnitt bereits eine der größten Ungarns war, die „Öde Stadt“ genannt. Natürlich fällt die Absurdität dieser Behauptung auch Mollay auf. Und so muss er zu seinen sprachlichen Konstruktionen auch noch solche siedlungsgeschichtlicher Art erfinden. Er nennt seine Konstruktion die römisch - awarisch - ungarische Kontinuität. Dagegen wäre nichts einzuwenden, er rennt offene Türen ein, wenn er das Fortleben des römischen Erbes und wohl auch keltisch-romanischer Bevölkerungsreste am Beispiel von Raab und Steinamanger belegt, einschließlich der Namenskontinuität (Arabona, Savaria). Nur diejenigen Bindeglieder, die nicht ins Konzept passen, nämlich das baierisch - fränkische und das slawische, versucht er zu eliminieren. Da zu seiner Zeit noch keine awarischen Funde in Ödenburg direkt vorlagen, erfindet er eine awarische „Burg“ auf der Flur „Erdburg“ (im 15. Jahrhundert erstmals erwähnt). Eine andere Erfindung eines österreichischen Historikers, der eben dort eine fränkische Warte ansiedelt, lässt er natürlich nicht gelten. Auf diese „awarische Burg“ hatte sich dann im 14. Jahrhundert die Bezeichnung „Öde Burg“ bezogen.

Am 3. September 2006 wurde in unserer Heimatstadt Ödenburg in der evangelischen Kirche die "Heldenglocke" von neuem eingeweiht. Nachdem die Halterungsscheibe, an der die Glocke aufgehängt ist, einen Riss bekommen hatte, musste man befürchten, dass die schwere Glocke von ihrem Gerüst, vom Glockenstuhl, stürzen könnte.
Sie wurde abmontiert und in einer Glockengießer-Firma in Nördlingen/Bayern repariert. Nach der Reparatur wurde sie wieder nach Ödenburg gebracht, dort auf den Kirchturm hochgezogen und am 3. September vom ketzigen Bischof Itzés neu geweiht.

Es folgten unter Karl I. Robert vor allem in den Jahren 1328 und 1330 neue strenge königliche Befehle, die die Übersiedlung der Vorstädter in die Innenstadt anordneten, mit nur geringem Erfolg. Erst mit der Anordnung vom 10. Juni 1330 wurde eine Art Kompromiss gefunden. Die Bürger, die in die Innenstadt übersiedelten, blieben auch im Besitz ihrer Vorstadthäuser, die von den Inquilini, den Inwohnern, bewohnt werden durften. Aus dieser Urkunde geht eindeutig hervor, was der springende Punkt war: es ging um die hohen Belastungen, die aus der Befestigung der Stadt erwuchsen. Später setzte sich der Streit, wie noch zu zeigen sein wird, auch in der Frage des Ortes an dem der Jahrmarkt abgehalten werden sollte, fort.

Dago, Skato, Liutpold - Krippl, Kirpeln und Tschurken
 
Was sie bedeuten und was sie über die Geschichte unserer Dörfer erzählen
 
(D)agendorf liegt im Süden, auf der "Tagseite", Skaten (Schatten)dorf auf der Nordseite, der "Nachtseite", der "Schattenseite" der Mulde des Tauscherbaches zwischen Ödenburger Bergen und Marzer Kogel. Ein faszinierendes Ortsnamenspaar, das durch die Grenze auseinandergerissen wurde.