wa deg15ca) Die Verselbständigung der Gemeinde


1. Die Beauftragung des Pfarrvikars Karl Pröhle

Die Kirchenleitung benutzte die Pensionierung Edmund Scholtz' zur Vollziehung der Verselbständigung Wandorfs. Die Generalversammlungen von Diözese und Seniorat sprachen sich schon 1938 für die Notwendigkeit der Verselbständigung Wandorfs aus.

Senior Ludwig Ziermann kam am 11. November 1938 in die Gemeinde, damit er sich über die allgemeine Stimmung orientieren konnte. Er empfahl der Gemeinde die Verselbständigung damit, dass der am Ort wohnende Pfarrer den einzelnen Gemeindegliedern in allem ein Ratgeber und Betreuer sein werde und dass die Verselbständigung die Gemeinde nicht weiter finanziell belasten würde, im Gegenteil, denn der Fuhrlohn für den Pfarrer fiele ja in Zukunft weg. Die Stimmung der Anwesenden war zu- rückhaltend, denn viele waren wegen der eventuellen Lasten doch be- sorgt. Bischof Kapi versetzte den Pfarrvikar Karl Pröhle mit Wirkung vom 1. Januar 1939 nach Wandorf und beauftragte ihn mit der selbständigen Leitung der Gemeinde als Prediger, Seelsorger und Kirchengemeinde- Verwalter. Er erhielt somit in Wandorf einen selbständigen Wirkungs- kreis. Nach Agendorf wurde gleichzeitig Paul Beyer als Pfarrstellenvertreter gesetzt. Pröhle war von ihm unabhängig, nur die Angaben für die Matrikel musste er bis zur Verselbständigung nach Agendorf melden.


2. Persönliches
Pfarrer Pröhle wurde am 22. Februar 1911 als Sohn eines Theologieprofessors in Ödenburg geboren. Ebenda besuchte er die Schulen, wo er dann 1929 im evangelischen Lyzeum maturierte. 1933 legte er in der evangelischen Theologischen Fakultät das Rigorosum ab und ging dann für zwei Jahre ins Ausland, wo er in Tübingen, hauptsächlich bei Karl Heim und Gerhard Kittel, in Königsberg bei Prof. Julius Schniewind wissenschaftliche Arbeiten auf neutestamentlichem Gebiet und der systematischen Theologie absolvierte. Heimgekehrt, wurde er am 29. September 1935 in Ödenburg zum Geistlichen ordiniert und kam dann nach Kety, Komitat Tolnau, zum Obersenior Stefan Gyalogh als Hilfspfarrer. 1937 war er sieben Monate bei Ludwig Ziermann Gemeindekaplan. Dann ging er für ein weiteres Jahr nach Deutschland und setzte in Halle bei den Professoren Julius Schniewind und Karl Schumann, in Erlangen bei Paul Althaus und Wemer Ehlert seine Studien fort. Von Mitte November 1938 an vertrat er sechs Wochen lang in Sankt Gotthard den erkrankten Pfarrer Josef Nyirö. Von dort schickte ihn Bischof Kapi zum 1. Januar 1939 nach Wandorf.

3. Pröhles erste Schritte in Wandorf
Am Neujahrstag 1939 hielt Karl Pröhle seinen ersten Gottesdienst in Wandorf. Es waren wenige anwesend, denn viele wussten nichts davon. Bald darauf verbreitete sich aber die Nachricht, dass Wandorf endlich einen eigenen Pfarrer habe, und bei seiner Einführung als stellvertretender Geistlicher am Dreikönigstag war der Betsaal voll. Pfarrvikar Pröhle besuchte dann der Reihe nach die Leiter der Gemeinde, ihre Presbyter und die evangelischen Lehrer, die ihm treue Helfer wurden. Es war schwer, eine entsprechende Wohnung zu finden. Die im Zentrum wohnenden Besser- gestellten hätten ihm leicht ein Zimmer vermieten können, doch gerade sie hatten eine Aversion (Abneigung) gegen eine Verselbständigung der Gemeinde und vielerlei Gründe gegen seine Beherbergung. Schließlich fand er im Hause des Eisengießer-Arbeiters Ludwig Fekete, Berggasse Nr. 56, ein Zimmer-Küche-Appartement gegen geringe Miete. Und nun wohnte der Pfarrer am Ort, und ausgerechnet bei den Arbeitern und Armen - wie er selbst bekennt - fand er Aufnahme. Seither betrachtete die Arbeiterschaft ihn als einen der ihren, während sich die bedeutend kleinere, wohlhabendere Bauernschicht auf lange Zeit vom kirchlichen Leben zurückzog. Aus diesem Grunde wurde eine teilweise Auswechslung des Presbyteriums notwendig. Und seither hatte die Kirchengemeinde ein Presbyterium, das bei entscheidenden Kirchenfragen nach gründlicher Erwägung gewillt war, jedes Wagnis zu übernehmen. Aus ähnlichem Grunde wurde auf Veranlassung Pröhles auch der Kurator (Kirchenvater) ausgewechselt. Ferdinand Kranixfeld, aus eine alten, wohlhabenden Bauernfamilie.stammend, war 15 Jahre hindurch Kurator der Gemeinde gewesen. In ihm - so sagte Pröhle - wohnte der für seine Klasse charakteristische Hochmut und das materielle Denken, und er sei ein hingebungsvoller Anhänger Edmund Scholtz'.

Seinen kirchlichen Dienst versah er getreulich, obwohl nicht so sehr wie das die einschlägigen Protokollbücher behaupteten. Kranixfeld begegnete von Anfang an dem jungen Pfarrer mit Abneigung, und als er für das auf sein Vermögen eingetragene Gemeindedarlehen die Löschungsgenehmigung verlangte, die weder der Pfarrer noch das Presbyterium genehmigen konnte, zog er sich beleidigt zurück, legte sein Amt nieder und überschritt von da an nie mehr die Kirchenschwelle.
 

Die Wahl des Schlossermeisters Karl Teicher zum Kurator war ein unerhörtes Ereignis in der Gemeinde, denn bisher hatte immer ein angestammter Bauer dieses Ehrenamt inne. Karl Pröhle hielt von Anfang an Sonntag Vormittags und nachmittags seinen deutschsprachigen Gottesdienst auch nachmittags mit Wortverkündigung. Am 16. Januar führte Pröhle die täglichen Morgenandachten mit Worterklärung ein, und vom 5. Februar an wurde. Sonntag nachmittags um 3 Uhr ein Kindergottesdienst nach der Liturgie ... der Dresdener Liederharfe eingerichtet. Am 4. März begannen die allwöchentlichen Gemeindegesangstunden mit Gemeindebesprechungen, und am 12. Februar fand der erste Religionsabend mit vielfältigem Programm statt, der die Gemeindeglieder in sehr großer Zahl anlockte. Das Interesse für das Anliegen der Kirche war geweckt.

Von dem neuen Pfarrer verbreitete das Gerücht bald zwei Nachrichten: "Er politisiert nicht" und "Er macht keinen Unterschied zwischen den Menschen" .


4. Die Vorbereitung zur Verselbständigung
Von Anfang an benutzte Pfarrer Pröhle jede Gelegenheit dazu, den Gedanken der Verselbständigung der Gemeinde unter die Bevölkerung zu bringen. Nach den Gottesdiensten hielt er wiederholt die Gemeinde zu- rück, informierte sie und versuchte, die öffentliche Meinung zu steuern. Dazu benutzte er auch die Gemeindegesangstunden und die Privatbesuche. Im Endergebnis diente jede Arbeit der Vorbereitung der Verselbständigung, zumal der Aufschwung der Gemeinde aufs beste bezeugte, dass es notwendig und gut war, wenn die Gemeinde einen eigenen Pfarrer besaß. Es hatte eines schweren Kampfes bedurft, das Presbyterium von der Richtigkeit der Verselbständigung zu überzeugen, denn viele lehnten sie ab, wenn sie mit einer finanziellen Belastung verbunden sei. Bischof Kapi löste diese Frage, indem er vom Kultusminister eine jährliche außerordentliche Staatsbeihilfe in Höhe von 1000 Pengö verschaffte.
 

5. Der Verselbständigungs-Beschluß
Das Presbyterium fasste dann am 3. März 1939 nach einer ausführlichen Beratung zugunsten der Verselbständigung einen einheitlichen Beschluss. Es war klar, dass diese Frage noch bei weitem nicht in der Gemeinde aus- gereift war, denn nur eine Minderheit der evangelischen Bevölkerung war für die Verselbständigung. Für den Palmsonntag, den 2. April 1939, wurde dann die Hauptversammlung der Kirchengemeinde einberufen. Im Betsaal erschienen 60 Männer und 160 Frauen, für Wandorf damals eine große Zahl. Pfarrer Pröhle eröffnete in Anwesenheit des Senioratsvorstandes die Sitzung und wies darauf hin, dass die Verselbständigung drei Dinge voraussetzte:
1. dass die Gemeinde deren Notwendigkeit einsieht,
2. dass die finanziellen Voraussetzungen vorhanden sind und
3. dass uns die bisherige Muttergemeinde Agendorf entlässt.

 

Pröhle legte dann freimütig die tatsächliche Lage dar und zog die Schlussfolgerung, dass die Zeit der Verselbständigung nun da sei. Darauf meldete sich der neu gewählte Ortsrichter Gottlieb Kalbantner zu Wort und betonte, dass die Zeit jetzt dazu ungünstig sei und es schade wäre, das seit Jahrhunderten gewachsene gute Verhältnis zu Agendorf zu zerstören. Eine Verselbständigung wäre nur dann am Platze, wenn Kirche und Pfarrhaus vorhanden wären. Pfarrer Pröhle und Senior Ludwig Ziermann wiesen darauf hin, dass jetzt die günstigste Gelegenheit zur Verselbständigung da sei, denn für diesen Zweck garantiere man Wandorf viele Beihilfen und man schicke ihm auch die beste Arbeitskraft. Nach einer stürmischen Diskussion wurde dann abgestimmt: 33 gegen 24 Stimmen für die Verselbständigung. Nachdem sich die Gegner protestierend entfernt hatten, wurden die weiteren Beschlüsse schon einstimmig gefasst: Feststellung des Pfarrergehaltes, Gehalt des Kantors, Pfarrhausbau u. a.
 
6. Die Pfarrerwahl - Einführung ins Pfarramt
Der Verselbständigungsbeschluss wurde binnen kurzer Zeit vom Seniorat wie der Diözese gebilligt, und so konnte die Gemeinde gegen Ende April die Pfarrerwahl ausschreiben. Gemäß des Pfarrergehaltsnachweises be- trug die örtliche Dotation: Nutznießung der Pfarrerwohnung, beziehungsweise bis zu deren Bau das entsprechende Wohngeld, ein jährliches Bargeld in Höhe von 1080 Pengö und die Stolen. Dies alles war die Hälfte des Pfarrgehaltes, die andere Hälfte bildete die sogenannte Kongrua, die nicht von der Gemeinde entrichtet werden musste. Pfarrvikar Pröhle wurde dann einstimmig zum ersten Wandorfer Pfarrer gewählt.
Die Einführung fand am Kirchweihsonntag, dem 10. September 1939, statt. An diesem klaren Herbstsonntag versammelten sich die Wandorfer und die Gemeindeglieder der benachbarten Ortschaften auf dem Schulhof. Vor einem Altar aus Laub und Tannengrün saßen die Gäste auf Stühlen, während die Einheimischen meistens standen. Der Predigttext des Pfarrers nach 2. Korintherbrief 4, 5 lautete: "Denn wir predigen nicht uns selbst, sondern Jesum Christum, dass er sei der Herr, wir aber eure Knechte um Jesu willen." In der Predigt ging Pfarrer Pröhle darauf ein, dass er jedem dienen möchte; nicht dienen, indem er jedem nach seinem Munde rede, sondern dadurch, dass er ihn zu Jesus führe.
 
Auf die Vorbereitungen zum Fest fielen die Schatten zweier Gefahren: einesteils der Schrecken des Krieges, das heißt, damals überrannte Hitler Polen, andererseits das übertriebene Nationalbewusstsein. Man nahm dem Pfarrer übel, dass er neben den in die Volksbundtracht gekleideten Mädchen auch den Aufmarsch der in ungarische Tracht Gekleideten erlaubte.

7. Kircheninspektorenwahl
Vor der Verselbständigung hatte Wandorf mit Agendorf zusammen einen gemeinsamen Inspektor. Die Protokollbücher erwähnen die Namen Koloman Rupprecht (1889), Emmerich Hegyeshalmi-Fischer (1895), Ludwig Stark (1906), Karl Hackstock (1922-1936) und Georg Breuer, die alle fleißig die Hauptversammlungen besuchten, aber es war nicht feststellbar, inwieweit sie bei der Lenkung der Gemeinde mitwirkten. Von Karl Hackstock erzählten die Alten, dass er sich sehr um die Gemeindeglieder kümmerte. Georg Breuer, Direktor der Brennberger Kohlengrube, ein stiller bescheidener Mensch, hörte sich bei den Hauptversammlungen die Probleme ruhig an - er war verständnisvoll und half, wo es ging - überließ aber die aktive Leitung dem Pfarrer. Als Wandorf selbständig wurde, sah er ein, dass er nicht gleichzeitig in zwei Gemeinden Kircheninspektor sein könne und legte nach der Einführung von Pfarrer Pröhle sein Amt nieder. An seiner Stelle wählte die Gemeinde einstimmig den pensionierten Postinspektor Egon Rticz. Mit seiner Einführung am 3. Dezember 1939 war der letzte Akt der Verselbständigung getan. Egon Racz stammte aus Mörbisch, war religiös, der Kirche treu ergeben und für jeden kirchlichen Dienst zu haben. Leider erlitt er einige Monate nach seiner Wahl einen Herzinfarkt und konnte deshalb nicht mehr am Leben der Gemeinde teilnehmen. Am 27. November 1943 verstarb er einsam an einem Herzkrampf, nur sein treuer Hund hielt neben ihm die Wache. Im Familiengrab zu Mörbisch bettete man ihn neben seiner Frau zur letzten Ruhe.


8. Die Nachwirkungen der Verselbständigung

Die schnell durchgeführte Verselbständigung hinterließ schwere Spuren in der Gemeinde. Die Gemeinde war gespalten, und die Fronten waren so erstarrt, dass sich nahezu ein Jahrzehnt hindurch kein harmonisches Gemeindeleben entwickeln konnte. Die Verselbständigung war mit einer schweren Operation vergleichbar, die die Gemeinde in eine noch schwerere Krise stürzte in der Hoffnung, dass sie danach zu einer langsamen Genesung führe.

b) Der Pfarrhausbau
 

1. Kirche oder Pfarrhaus?
Der Obersekretär des deutschen Gustav-Adolf-Vereins Dr. Bruno Geißler besuchte am 12. Januar 1939 Wandorf, um an Ort und Stelle festzustellen, wieweit die Vorbereitungen für den Kirchen- und Pfarrhausbau gediehen seien. Er erklärte, dass die Leitung der Kirchengemeinde schon seit Jahren verspräche, dass mit dem Bau begonnen würde und die Gemeinde immer wieder neue Beihilfen erhielte. Der Gustav-Adolf-Verein werde die Spenden so lange sperren, bis mit dem Bau begonnen sei, und wenn das nicht bald geschähe, würde er dieselben anderen Gemeinde zukommen lassen. Man unternahm sofort die nötigen Schritte, doch bald tauchte die Frage auf: Was bauen wir? Kirche oder Pfarrhaus?
 
Im Jahre 1937 hätte man mit der vorhandenen und der zu erwartenden Summe noch beides erstellen können, jetzt aber, nach der Teuerung, war nur noch ein Objekt zu verwirklichen. Seit Jahrzehnten hatte sich im Bewusstsein der Gemeinde folgende Reihenfolge festgesetzt: Kirche, Pfarr- haus und dann die Verselbständigung der Gemeinde. Mit der Verselbständigung änderte sich aber die Reihenfolge. Nach Pfarrer Pröhles Meinung gehörte zum Pfarramt ein Pfarrhaus. Auch wegen der Wohnungsverhältnisse in Wandorf war der Bau des Pfarrhauses nötig, denn eine, Zweizimmerwohnung war kaum vorhanden, und in der überfüllten Gemeinde hätte man auch für teures Geld keine entsprechende Wohnung finden können. Nach Abwägen all dieser Gesichtspunkte kam am 2. April 1939 der Beschluss der Hauptversammlung zustande, wonach zuerst das Pfarrhaus und dann die Kirche gebaut werden sollte. Ob diese Entscheidung richtig war? Wäre der Kirchenbau als erstes verwirklicht worden, hätte sich die Gemeinde später viel Arger erspart!
 

2. Das Grundstück
wa deg16Mit dem im Jahre 1932 gekauften Grundstück war im Grunde genommen niemand zufrieden. Dieser Meinung waren auch die Ödenburger Architekten, die Anfang 1939 das Grundstück begutachteten und es für den Bau eines Pfarrhauses untauglich hielten, weil es am Dorfrand und einem ganz offenen windigen Platze liege. Die Hauptversammlung beauftragte den Bauausschuss mit der Suche nach einem geeigneteren Grundstück. Verschiedene Möglichkeiten kamen in Frage. Aber ein Grundstückkauf war in der unsicheren kriegerischen Zeit fast unmöglich, denn wegen der Angst einer Geldentwertung wollte niemand Immobilien verkaufen. Und wenn man solche anbot, verlangte man einen unerhört hohen Preis. Nachdem man dann bis Anfang 1940 kein geeignetes Grundstück gefunden hatte und den Baubeginn nicht weiter hinauszögern konnte, war die Gemeinde gezwungen, sich mit den vorhandenen Grundstück zu begnügen.

3. Pläne und Kosten
Im Sommer 1940 kümmerte sich der Kircheninspektor Egon Rácz tatkräftig um den Bau. Durch den Ödenburger Architekten Oskar Winkler ließ er einen Plan erstellen, der sich im Rahmen von 28 000 Pengö hielt. Dann verhandelte er mit Ödenburger und Agendorfer Bauern wegen der Gratisfuhren, kaufte das nötige Ziegelquantum ein und veranlasste dessen Transport. Wegen seines Herzleidens musste er die Leitung des Baues dem Pfarrer überlassen. Der Bauplan wurde im Laufe der Zeit aus finanziellen und noch anderen Gründen einige Male umgeändert, bis schließlich ein Parterreplan verwirklicht wurde, doch ohne Gemeindesaal. Der Gemeindesaal wäre im Vergleich zur Gemeindestärke ohnehin zu klein gewesen, sogar für die Aufnahme der Konfirmanden nicht geeignet. An den Bau eines größeren Saales war nicht zu denken.
 
Bei der zum 18. Februar 1940 zusammengerufenen Hauptversammlung, zu der auch die Opposition erschien, sollte ein Beschluss über die Bau- weise des Pfarrhauses gefasst werden, der dann auch einstimmig erfolgte. Unvergessen humorvoll war die Szene, als der eine Anwesende, etwas angeheitert, in seiner Mundart in die Unterredung. eingriff und meinte:
 
"Jetzt harn' ma a Vögerl, so ,brauch' ma' a Heiserl aa!" Nachdem die Behörden und die Kirchenverwaltung ihre Billigung ausgesprochen hatten, konnte man den Bau ausschreiben lassen. Den Bau übernahm der Ödenburger Bauunternehmer Franz Becska, die anderen Arbeiten erhielten Ödenburger und ortsansässige Handwerker. Der erste Spatenstich erfolgte am 22. Mai 1940, gerade als Hitler Frankreich über- rannte. Die Einweihung des Pfarrhauses fand am 3. November 1940 im schlichten Rahmen statt, wobei auch Pfarrer Dr. Grimm als Vertreter des Gustav-Adolf-Vereins anwesend war. Die Baukosten waren inzwischen angewachsen. Nach der im Jahre 1943 angefertigten Aufstellung betrug die Gesamtsumme 39.000 Pengö. Davon 31 500 Pengö für das Gebäude, der Rest für Bauplatz, Umzäunung, Brunnen und Architekten-Kosten. Bereits im Jahre 1943 war die letzte Rate der Bauschulden getilgt.


c) Das Leben der Gemeinde bis 1945
 

1. Neue Wirkungskräfte in der Gemeinde
Im Jahre 1939 fingen gleichzeitig drei neue Wirkungskräfte an, in der Gemeinde tätig zu werden: Der Zweite Weltkrieg, der Volksbund und die neuerdings in Schwung gekommene Gemeindearbeit. wa deg17Die Wirkung des Krieges offenbarte sich anfangs nur darin, dass ein Großteil der Bevölkerung seit 1938 Woche für Woche den Einmarsch Hitlers erwartete. Später war der Krieg durch die Teuerung und die allgemeine Ruhelosigkeit spürbar geworden. Die angenehme Begleiterscheinung des Krieges bei uns war die behobene Arbeitslosigkeit, denn seit 1939 hatten unsere Arbeiter gute Arbeitsmöglichkeiten und gute Einkünfte. Viele arbeiteten in Deutschland und kamen nur von Zeit zu Zeit zu ihrer Familie. Anfangs begeisterte sich die Bevölkerung für den Krieg, jedoch ließ dies bald nach, als er seine Opfer forderte. Die großdeutsche Bewegung verstärkte sich gleichfalls nach 1938 in unserer Gemeinde. Seit 1939 versuchte sie sich im Rahmen der Kirche geheim zu organisieren - wie Pfarrer Pröhle feststellt - doch als das nicht möglich war, machte sie kehrt und nahm eine antikirchliche Richtung ein. Dies erklärt auch die vielen Spannungen zwischen Gemeinde und Pfarrer in dieser Zeit. Aber es war auch unzweifelhaft, dass dies die kirchliche Arbeit in Gang brachte.

2. Der Volksbund
Es ist hier nicht der geeignete Ort über den Volksbund zu berichten, aber ganz verschweigen kann man ihn nicht, da das Verhältnis zwischen Pfarrer und einen Teil der Gemeinde dadurch sehr getrübt wurde. Vielleicht hätte Pfarrer Pröhle eine neutrale Stellung einnehmen sollen, denn er war ja der Seelsorger der ganzen Gemeinde!wa deg18 Dadurch, dass er sich strikt auf die Seite der Magyaren stellte, hatte er manche Schikane auszubaden. Es gab Menschen, die seinen Gruß nicht erwiderten. Konfirmanden gingen ohne zu grüßen an ihm vorüber. Einmal wurde er beworfen. An seine Haustür schrieb man drohende und verhöhnende Texte. Die Anzahl der Kirchgänger ging auf die .Hälfte zurück. In seiner Verzweiflung ließ er sich dann auf unüberlegte Äußerungen ein, wie dies zum Beispiel auch am Heldengedenktag 1942 geschah. Da hielt er vor dem Ehrenmal eine Ansprache, die auch der in geschlossenen Reihen aufmarschierte Volksbund bis zu Ende hörte. In seiner Rede ging Pfarrer Pröhle von den damals oft er- wähnten Partisanenkriegern aus: Die Partisanen zerrissen hinter der Front die Front. Auch unter uns gibt es solche Partisanen im geistigen Sinne, die die Front zerreißen: Die Vaterlandsverräter und jene, die sich von Gott, Christus und der Kirche abwenden. Seine improvisierte ungarische Ansprache begann er mit dem Satz: Meine ungarischen Brüder und Schwestern, ihr habt nicht nötig, dass ich euch von Vaterlandsliebe spreche, aber umso mehr mahne ich euch, Gott die Treue zu halten. So nicht, Herr Pfarrer Pröhle! Dass er sich mit solchen Äußerungen bei der deutschgesinnten Bevölkerung keine Freunde erwarb, ist doch klar. Seine Lage erschwerte auch, dass es im Seniorat außer ihm nur noch 2 Pfarrer gab, von denen das Volk wusste, dass sie nicht deutsch gesinnt waren. Mehrere Kollegen Pröhles hielten ihn für einen schlechten Seelsorger, weil er nicht dem Volke beistehe.
 

3. Pröhles Beerdigungsansprachen
Bei seinem Vorgänger waren die Leute daran gewöhnt, dass die Beerdigungsrede den Toten in den Mittelpunkt stellte und Länge und Maß der Ansprache sich nach der Vermögenslage der Familie, beziehungsweise nach der Stola richtete. Die Beerdigungsrede wurde bestellt und bezahlt. Bei der Anmeldung des Todesfalles sagte man, was die Rede enthalten sollte, und wenn der Prediger seine Sache zur Zufriedenheit aller löste, wurde er noch extra belohnt. Selbstverständlich erwartete man von ihm dasselbe. In den ersten Monaten ging noch alles gut, denn da starben nur ärmere Leute, deren Angehörige sich über seine kürzeren Ansprachen freuten. Doch dann geschah folgendes: Am 9. Juni 1939 war die Beerdigung der an Lungenentzündung verstorbenen Witwe Michal Rath. Reich war die Familie und auch die Verwandtschaft, die eine Tochter war die heimliche Führerin der Jungkameradschaft. Zur Beerdigung marschierte die Jungkameradschaft, sowie das halbe Dorf auf. Als Predigttext wählte Pfarrer Pröhle Römer 8,31. Mit den Worten "Was sollen wir nun dazu sagen?" zeigte er die Größe der Trauer auf. Die Tränen flossen. Als er aber davon sprach: "Ist Gott für uns, wer kann gegen uns sein?" versiegten auf einmal die Zähren. Die zehn Minuten dauernde Rede war dann nicht mehr interessant. Vor dem Zuschaufeln des Grabes hielt dann Stefan Moricz einen Nachruf. Er sprach die Verstorbene an und hielt nun über "die Mutter" eine so zu Herzen gehende Grabrede, dass die Augen der Anwesenden vor Tränen schwammen. Die Zuhörerschaft schluchzte laut und stellte fest, dass dies eine richtige Grabrede war. Seitdem verfolgte Pfarrer Pröhle dieses Missgeschick bei seinen Grabansprachen. Und weil die Wandorfer darüber öfters diskutierten, setzte er in den Bibelstunden und bei anderen Gelegenheiten den Leuten auseinander, dass der Prediger das Wort Gottes zu verkündigen habe und nichts anderes. Er konnte die Leute jedoch nicht beschwichtigen, da man in den Nachbargemeinden immer noch die Grabreden nach Bestellung hörte.

4. Neuerungen
In Verbindung mit der Verselbständigung der Gemeinde wurde natürlich vieles anders im Vergleich mit den alten Bräuchen. Es war neu, dass man den Pfarrer nicht mehr von Agendorf holen musste. Ganz neu war auch der sonntägliche Gottesdienst, sowie Kindergottesdienst und Morgenandacht.
 

Die Konfirmation wurde wegen des Platzmangels auf dem Schulhof abgehalten. An Ort und Stelle wurden auch die Trauungen vorgenommen. Was heute natürlich ist, war damals Neuheit, und man musste sich daran gewöhnen. Die Neuerungen erfolgten in den ersten Monaten reibungslos, ja sogar zur Freude der Gemeinde. Manchmal aber entstanden auch Schwierigkeiten, z. B. ergab sich von selbst die Eingliederung der Taufe in den Nachmittagsgottesdienst. Früher taufte man die zur Taufe anstehenden Kinder, wenn der Pfarrer nach Wandorf kam. Nun brachte man ohne be- sondere Weisung die Täuflinge im Anschluss an den Nachmittagsgottes- dienst zur Taufe. Als Pfarrer Pröhle dann merkte, dass viele Gläubige nach dem Gottesdienst sogar bei der Taufe und anschließend im Kindergottes- dienst anwesend waren, schlug er vor, die Taufe in die Schlußlithurgie des Gottesdienstes einzubauen. Dieser Gedanke gefiel den Leuten, und von da an wurde es so gehandhabt. Es war ein günstiges Ergebnis, dass die Gemeinde die Wichtigkeit einsah, und von da an war es ein Vergnügen, den Konfirmanden die Taufe im Unterricht nahe zu bringen.
Mehr Sorgen bereitete die Frage der Taufpaten. Es war örtlicher Brauch, dass man nur eine Taufpatin hatte, und diese konnte bei Pfarrer Scholtz sogar katholisch sein. Pfarrer Pröhle bestand vom Anfang an darauf, dass bei der Taufe wenigstens ein evangelischer Pate anwesend sei. In den meisten Fällen konnte er dies mit schönen Worten und Überzeugung auch erreichen, nur in zwei Fällen gingen die Unzufriedenen nach Ödenburg, und dort wurde die Taufe so vollzogen, dass nur katholische Paten zugegen waren. Aber wie sollten katholische Paten evangelische Kinder in deren Glauben erziehen? Es war nicht zu verwundern, dass es unter solchen Umständen viele gab, die den Pfarrer für einen Sonderling und Dickschädel hielten. Auch in Verbindung mit der Konfirmation ging nicht alles reibungslos vonstatten. Früher standen bei der Konfirmation die Konfirmanden nach Verdienst und Können vor dem Altar, und nur der Allerbeste durfte das Glaubensbekenntnis und Gelöbnis sprechen. Allem Anschein nach kamen auch gesellschaftliche Gesichtspunkte in Betracht. Pfarrer Pröhle stellte die Konfirmanden der Größe nach auf, und Glaubensbekenntnis und Gelöbnis ließ er gemeinsam sprechen. Da im Kindesalter das Elend oft zugleich mit verkümmertem Wachstum verbunden ist, stand gleich bei der ersten Gelegenheit das ärmste Kind auf dem ersten Platz. Da gab es ein Gejammer in einer wohlhabenden Familie. Sie beschwerte sich sogar, aber umso mehr freuten sich die anderen.

Hier muss auch noch erwähnt werden, dass es in unserer Gemeinde außerordentlich viele uneheliche Kinder gab, was Außenstehende für ein Zeichen moralischer Sittenlosigkeit hielten. Die Wahrheit aber war, dass viele Eltern wegen Armut oder Arbeitslosigkeit die Heirat der Kinder verboten, die Jungen aber dann eben durch den Kindersegen die Heiratserlaubnis der Eltern erzwangen. Die meisten unehelichen Kinder wurden nachträglich legitimiert; dies blieb nur aus, wenn dem Vater irgendein Leid zustieß.

Es ergab sich noch eine Neuerung die Beerdigung betreffend. Schon 1941 wurde die neue Leichenhalle auf dem Friedhof erbaut, damit die Beerdigungen von dort aus vorgenommen werden könnten. Aber die lieben Wandorfer bestanden auch weiterhin auf die Beerdigung vom Hause aus. Wegen der großen Ausdehnung der Gemeinde dauerte manche Beerdigung stundenlang. Gar nicht gesprochen davon, dass in ärmeren Häusern die Familienangehörigen, da der Tote im kleinen Hause aufgebahrt war, auf die Straße gedrängt wurden. Nach der Bombardierung vom 6. Dezember 1944 gab es auf einmal mehrere Tote in der Gemeinde. Wegen der Flüchtlinge waren die Häuser gestopft voll, deshalb trug man ein-zwei ärmere Menschen einfach in die Leichenhalle und beerdigte sie von dort aus. Diese Gelegenheit nahm der Pfarrer wahr, und seither wurde jedermann vom Friedhof aus begraben, was ja in der Zeit der Luftangriffe ratsam war.

Die Einführung des neuen Gesangbuches ging ohne jede Schwierigkeit ,vonstatten. Es war geradezu ein Kuriosum, dass Pfarrer Pröhle noch als Ödenburger Kaplan gegen die Einführung des Sächsischen Gesangbuches gewesen war, und es hier in Wandorf einführen musste. Und da das nicht auf einmal ging, wurden für längere Zeit so das neue wie das alte Gesang- buch gleichzeitig benutzt. Das aber wiederum war mit manchen Schwierigkeiten verbunden, weil der Text mancher Lieder nicht übereinstimmte.
Endlich war es geschafft. Später zeigten sich leider die Nachteile der Einführung des neuen Gesangbuches, denn nach 1943 war es nicht mehr erhältlich. Zur gleichen Zeit besserte sich der Kirchgang, aber viele kamen deshalb nicht ständig, weil sie kein Gesangbuch hatten. In Wandorf ging man eben nicht ohne Gesangbuch zur Kirche!

5. Die Anzeichen einer Besserung
Es wurde schon. erwähnt, dass nach anfänglichem .anfänglichen Aufschwung der - Gemeindearbeit immer mehr Schwierigkeiten entstanden. Und dennoch gab es ein Gemeindeleben! Es war anerkennenswert, dass in dieser kritischen Zeit immerhin noch die Kirchgänger 10% der Bevölkerung ausmachten. Dies ist bedeutend, denn der Kirchenbesuch war auch früher nicht sehr üblich, jetzt aber glich er einem Spießrutenlauf. Viele standen in Arbeitskleidung vor den Toren und beschimpften die Kirchgänger. Die Lage der Gemeinde begann sich ab 1942 zu bessern, die Zahl der Kirchgänger stieg an, vor allem an Festtagen. Man schaute nicht mehr mit Abneigung auf den Pfarrer, wenn auch ein unmittelbarer Verkehr mit einem Einzelnen so gut wie nicht möglich war.

 

Für eine Gemeinde von 2500 Seelen wäre ein zweiter Pfarrer angebracht gewesen, wovon aber keine Rede sein konnte. Daher konnte Pfarrer Pröhle auch nur wenige Hausbesuche machen. Dem gegenüber suchten ihn viele in seinem Amtszimmer auf, die meisten nicht immer in kirchlichen Angelegenheiten.
 

Aber solche Gelegenheiten nutzte er immer für die Seelsorge. Die Anzeichen der Besserung drückte sich auch in der Zahl der Abendmahlsteilnehmer aus; 1939 waren es nur 10%, im Jahre 1944 schon 19% der evangelischen Bevölkerung. Schließlich ist noch erwähnenswert, dass die Opferbereitschaft der Gemeinde erfreulich wuchs. Die Summe der Kollekten und Spenden bewegte sich anfangs um die 2000 Pengö, dann wuchs sie an, obwohl der Pfarrer keine Gabe namentlich bekanntgab, so dass keinerlei Eitelkeit eine Rolle spielen konnte.

d) Durchzug der Front und Aussiedlung

1. Durchzug der Front
Die Front erreichte im Herbst 1944 die Karpatenlinie. Die deutschstämmigen Männer wurden mit Hilfe der Gendarmerie von einer aus deutschen Offizieren bestehenden Kommissionen gemustert und in die 55-Einheiten eingereiht, sogar die 50jährigen. Der Mehrheit der Bevölkerung war klar, dass der Krieg verloren war, obwohl es immer noch einige gab, die auf ein Wunder warteten. Die Gemeinde war mit Flüchtlingen überfüllt. Zuerst kamen die aus Siebenbürgen vertriebenen Sachsen, dann die Ungarn. Wandorf war voll mit ungarischen und deutschen Soldaten. In dem für 3600 Seelen gebauten Dorf wohnten öfters 15 000 Menschen. Die Schule war wohl für das Militär beschlagnahmt, aber der Betsaal stand für den Gottesdienst zur Verfügung. Wegen der Luftalarme konnte man nur früh und abends Gottesdienst halten. Einmal geschah es sogar, dass Pfarrer Pröhle 10 Uhr abends nach einem Luftalarm, bei abgeblendetem Taschen- lampenlicht 3 Paare in dem überfüllten Betsaal traute. Der Ernst der Lage und die Brutalität des Systems öffneten vielen Menschen die Augen. Zu Weihnachten brachte man 2000 Juden in das Dorf, von denen infolge des Frostes und der schlechten Behandlung täglich 8-10 starben. Es gab in der Gemeinde leider einige, oft waren es halbwüchsige Jugendliche, die un- menschlich mit den Armen umgingen. Aber viele halfen insgeheim, wenn sich Gelegenheit dazu bot. Pfarrer Pröhle verurteilte bei einer Gelegenheit vor einer Kommission hart die unmenschliche Behandlung gegenüber den Juden und das tierische Bestatten der Verstorbenen. Er bat um die Erlaub- nis, bei den Juden Seelsorge betreiben zu dürfen, doch die Zuständigen schwiegen vor Angst und taten, als hätten sie seine Bitte nicht gehört.

Das Verhältnis des Pfarrers zu den offiziellen Kreisen wurde immer gespannter. Major Binder, Verbindungsoffizier zwischen den Pfeilkreuzlern und dem Volksbund und der örtliche Leiter desselben suchten ihn nach dem Szalasi-Putsch auf und verlangten die freiwillige Räumung des Pfarrhauses, andernfalls sie ihn mit der Gendarmerie auf die Straße setzten. Pfarrer Pröhle erklärte ihnen, dass er freiwillig seinen Platz nicht räumen werde, was auch immer geschehe. Auf dem Gemeindehaus hatte er immer wieder Scherereien mit den Pfeilkreuzlern. Sie wollten ihn überreden, dass er sich für eine Aussiedlung nach Deutschland melde, was er jedoch verweigerte mit der Begründung, dass er doch hier seinen Dienst versehen müsse. Es geschah ihm nur darum nichts, weil die Front in der Karwoche plötzlich über Wandorf hinwegraste und seine Widersacher flüchteten. Gründonnerstag wurde ausgetrommelt, dass jedermann das Dorf zu verlassen habe. Pfr. Pröhle spazierte daraufhin im Dorfe auf und ab, dass jedermann sehe, er packe nicht, er gehe nicht. Am Morgen des Karfreitag sagte er den Gläubigen (etwa 30), dass er seinen Platz nicht ver- lasse, im Pfarrhaus für jeden zu finden sei und die Gottesdienste und sonstigen Dienste in den gewohnten Zeiten halten werde, solange ihn ein Un- fall oder Gewalttat daran nicht hinderten. Unvergesslich der Abendmahlsgottesdienst am Karfreitag, zu dem die Gläubigen im Maschinengewehrfeuer niedrig fliegender Flugzeuge gingen und der während vieler Bombardierungen ablief. Auf viele wirkte die Haltung des Pfarrers beruhigend.

Nur die oberen Führer des Volksbundes flüchteten vor den zu erwartenden Kämpfen in die Nachbardörfer oder verzogen sich in die Wälder, von wo sie aber schnell wieder zurückkamen. Die meisten Bewohner aber blieben zu Hause, nur von den Dorfrändern zogen sie sich zu Verwandten oder Bekannten ins Dorfinnere zurück. Als am Ostermorgen, den 1. April 1945 die Russen nach Wandorf kamen, befanden sich zehn Leute im Pfarrhaus. Von einigen kleineren Verlusten abgesehen, geschah ihnen, Gott sei Dank, kein Leid. Aber die Dorfbevölkerung musste viel ausstehen. Plünderung und Vergewaltigung der Frauen waren besonders in den ersten Tagen gang und gäbe. Die Mädchen und Frauen versteckten sich in Kellern und Heuböden, oft liefen sie von Hof zu Hof, ein Versteck suchend. Die Moral war schon sehr gelockert, sogar sonst ordentliche Bürger nahmen in dieser Zeit, was in ihre Hände geriet.

2. Das Schicksal unseres Betsaales

Nach dem Einmarsch der Russen konnte anfangs der Gottesdienst ohne Hindernisse abgehalten werden, nur Ostern fiel er aus, da niemand kam. Einige Wochen später beschlagnahmten die Russen die ganze Schule und auch den Betsaal und brachten ihr Kriegslazarett darin unter. Den Betsaal erhielt die Gemeinde nach einigen Tagen zurück, doch da der Pfarrer Reibereien vermeiden wollte, wurde der Gottesdienst weiterhin in der Leichenhalle abgehalten. Am Himmelfahrtstag, gerade als mit dem Nachmittagsgottesdienst begonnen werden sollte, ließ der russische Major Turik, Kommandant der Waffenstillstandskontrollkommission Pfarrer Pröhle rufen. Er fragte ihn: "Warum halten Sie die Gottesdienste nicht im Betsaal, da wir ihn doch ausräumten?" - Der Pfarrer: "Der Lärm des Lazaretts würde uns nur stören und ich kann nicht erwarten, dass die russischen Soldaten während des Gottesdienstes sich still verhalten sollen." Nach einer längeren Beratung der Offiziere erklärte dann der Major, dass wegen der Kämpfe um Wien nicht das ganze Schulgebäude freigemacht werden könne, aber der Raum über dem Betsaal geleert würde. Und tatsächlich, am kommenden Samstag wurde innerhalb von Stunden der Flügel ober- halb des Betsaales geräumt, und der Gottesdienstraum konnte wieder ohne jegliche Störung benutzt werden. Es gab Zeiten, in denen russische Soldaten die Gottesdienste besuchten. Später gab Major Turik seine Verfügung sogar schriftlich heraus und verhinderte so die Beschlagnahmung des Betsaales seitens nichtrussischer Verbände.

3. Die Wirkung der Wende
Die Führer der Pfeilkreuzler und des Volksbundes flohen vor der heran- nahenden Front. Das Volk aber blieb daheim, und die Mehrheit der Eingezogenen kehrte heim. Nachdem Hitlers Reich zusammengebrochen war, erwachten viele .wie aus einem bösen Traum, erkannten dessen Fehler und schimpften auf ihn. Die Stimmung m der Gemeinde schwenkte um, viele näherten sich wieder der Kirche, und es gingen wieder Leute zum Gottes- dienst, die vorher das Gotteshaus gemieden hatten. Viele fingen erst jetzt an, die Dienste der Kirche zu schätzen, denn sie sahen, als jedes andere Pullt geschlossen war, die Menschen ziellos dahintrieben und alles auf dem Kopf stand, dass die kirchlichen Dienste auch jetzt noch zielbewusst und unverändert funktionierten. Soweit man vorher den Pfarrer herabgesetzt und beschimpft hatte, so sehr wuchs jetzt seine Autorität. Innerlich befreit war er ständig unterwegs, weil er wegen der Flucht des Agendorfer Pfarrers bis Weihnachten 1945 Agendorf und Brennberg, ungefähr 4500 Seelen, zu betreuen hatte, im Regen, Schnee, unter größter Unsicherheit, oft unter Lebensgefahr. Die veränderte Haltung der Gemeinde zeigte sich auch auf finanziellem Gebiet. Die Geldreserven der Gemeinde waren entwertet und von der gemeinsamen Steuerentrichtung sah die Gemeinde keinen roten Heller. Die Gläubigen verrichteten jede Gemeindearbeit, Reparatur und Reinigung umsonst. Auch der Pfarrer bekam kein Gehalt, aber er sprach nie darüber. Eine Weile ging es, doch dann hungerte er sogar. Als das die Frauen zufällig erfuhren, taten sie sich zusammen und schickten dem Pfarrer täglich das Mittagsbrot, aber in solch feiner Form, dass er nie erfuhr, wem er es zu verdanken habe, da sie es immer durch andere schickten.

4. Die Aussiedlung
Schon bei der Volkszählung 1941 munkelte man, dass alle, die sich als Deutsche bekannten, nach Deutschland ausgesiedelt werden. Da der Pfarrer die aus der neuen politischen Lage resultierende Möglichkeit kannte, bemühte er sich, die Gemeindeglieder auf diese große Erschütterung vor- zubereiten. Es gab welche, die lachten über seine "Naivität", die anderen legten seine Worte dahingehend aus, dass er die Aussiedlung wünsche, und nur wenige hörten auf ihn. Pull 7. April 1946 registrierte man die ganze Dorfbevölkerung. Aussiedlungskommissionen, zahlreiche Gendarmen und sonstige Formationen erschienen im Dorf und sperrten es hermetisch ab. Eine Woche später, am Palmsonntag, dem 14. April, veröffentlichte man die Namensliste der Aussiedler, sie führte 2500 Namen auf. Die Aussiedlung bedeutete eine unbeschreibliche seelische Erschütterung für die meisten Menschen, denn sie kam unverhofft und fand sie unvorbereitet. Und außerdem war diese Zwangsaussiedlung eine sehr undankbare und ungerechte Angelegenheit des ungarischen Staates: Menschen, die jahrhundertlang den Boden mit ihrem Schweiße düngten, deren Blut in wie vielen Kriegen für das Vaterland floss, die Leid und Freud mit den Ungarn teilten, sollen wie die räudigen Hunde verjagt werden, nach der Devise: "Die Deutschen kamen mit einem Bündel hierher und sollen auch mit einem Bündel davongehen." Auch mit der Wahrheit nahmen es die damaligen Führer der Magyaren nicht so ernst, denn der Generalsekretär der Bauernpartei Imre Kovács gab ganz offen zu: "Nicht nur die Volksbundisten alle werden ausgesiedelt - unabhängig davon, ob sie der Heimat treu gewesen sind oder nicht". Und die Einsicht der Magyaren kam auch reichlich spät, denn erst auf der Historikerkonferenz in Budapest Anfang März 1987 konnte der ungarische Historiker Lorant Tilkovszky sagen: "Das war eine Katastrophe nicht nur für die Ungarndeutschen, sondern für unser Vaterland"

Nun aber zurück zu den Ereignissen. Die meisten Menschen begannen zu essen, zu trinken, sich zu amüsieren und fiebernd zu packen. Sie über- gaben aber ihr Vermögen unversehrt, und Selbstmorde gab es nur drei. Vor dem Abgang der Transporte hielt Pfarrer Pröhle jedes Mal einen Abschiedsgottesdienst, aber es kamen nur wenige. Am Gründonnerstag, dem 17. April 1946, morgens um 7 Uhr, schloss man die Häuser der Aussiedler des ersten Transports ab und fuhr die Leute bis in den späten Nachmittag auf die Agendorfer Bahnstation, wo sie einwaggoniert wurden. Dieser erste Transport fuhr am Karfreitag ab, der zweite ging am Ostermorgen eben- falls von Agendorf ab, der dritte am Mittwoch nach Ostern vom Ödenburger Raaber-Bahnhof.

5. Die verstümmelte Gemeinde
Die Einwohnerzahl der evangelischen Kirchengemeinde betrug vor der Aussiedlung 3100 und ausgesiedelt wurden 2600 Menschen. Sogar nach einem Monat wohnte nur in jedem dritten Haus jemand. Es war gespenstisch, wenn man das ausgestorbene Dorf entlangging. In bekannten Häusern unbekannte Gesichter! Und dann kamen die Ungarn, die "telepesek". Von ihren Gesichtern konnte man das Verlangen eines schnellen Reichwerdens ablesen. Die Neulinge begutachteten die Häuser, um sich das schönste auszusuchen. Die dort gebliebenen Deutschen jedoch, auch wenn sie sich nach außen als Ungarn gaben, nutzten die Unwissenheit der anderen aus und gaben das Vermögen ihrer ausgesiedelten Verwandtschaft als das ihre aus. Sie beobachteten anfangs in ohnmächtiger Erstarrung die Dinge, dann aber blickten sie mit einer maßlosen Verbitterung, Hass und Verachtung auf die Ungarn. Mit den Ausgesiedelten solidarisierten sich plötzlich alle, die nur etwas mit dem Deutschtum zu tun hatten. Anfangs sah es so aus, als wenn überhaupt keine Gemeinde übriggeblieben wäre. Bei der Zählung stellte sich heraus, dass noch 504 Seelen vorhanden waren. Die Zahl erhöhte sich dann durch die Ansiedlung auf 600. Es war noch immer eine lebensfähige Gemeinde, wenn eine innere Kraft und Zusammenhalt vorhanden war. Nur die Sprachentrennung wurde jetzt zur brennenden Frage: 200 Ungarn standen sich 400 Deutschen gegenüber. Schon vor 1945 ergriff Pfarrer Pröhle jede Gelegenheit, um ungarischen Gottesdienst zu halten. Nach 1945 hielt er alle zwei Wochen und seit Anfang 1946 wöchentlich einen ungarischen Gottesdienst. Nach der Aussiedlung versuchte der Pfarrer die Gemeinde zu sammeln und seelisch auf die Füße zu stellen: Mit Trost und dem Ruf zur Umkehr. Es gab viele, die wegen der Aussiedlung Gott lästerten, andere wiederum hassten die Ungarn. Im Herbst 1946 predigte Pfarrer Pröhle in einem Nachmittagsgottesdienst von der gegenseitigen Liebe, und ohne vorherige Überlegung sagte er, dass sie alle verloren seien, wenn sich die ungarisch und deutsch sprechenden Gemeindeglieder in der Liebe nicht verstehen. Am kommenden Sonntag kamen nur wenige zum Gottesdienst. Sie nahmen Anstoß daran, dass der Pfarrer die Deutschen für eine Liebe gegenüber der Ungarn ermahnte, wo doch dieselben sie um ihr Vermögen gebracht hatten.


e) Die letzten drei Jahre


1. Die Neuorganisierung der Gemeinde
In den letzten Jahren musste die Gemeinde teils wegen der Aussiedlung, teils wegen der durch die Revolution bedingten Veränderungen auf persönlicher und materieller Linie neu organisiert werden. Im Jahre 1947 wurden manche Ämter neu besetzt. Von 1944 bis 1946 hatte der Stuhlrichter Elmar Molnár das Amt des Kircheninspektors inne. Wegen seiner Arbeitsüberlastung konnte er sich nur wenig um die Angelegenheiten der Kirchengemeinde kümmern. Da er nach seiner Pensionierung in seine Heimatgemeinde Beled verzog, legte er sein Amt nieder. Als seinen Nachfolger wählte die Gemeinde einstimmig den Bankdirektor Michael Gritsch, der trotz seinen vielen Verpflichtungen sich mit viel Liebe und Treue der Gemeindeangelegenheiten widmete. Da der Kurator Karl Teicher ausgesiedelt wurde, wählte man den pensionierten Eisenbahner Heinrich Rejtö zu dessen Nachfolger. Ein stiller, treuer und gewissenhafter Mensch, der nach einer allgemeinen Information selbständig die finanziellen Angelegenheiten übernehmen konnte. Anstelle von Ernst Mélykuti (Tiefbrunner) ,wurde der Lehrer Ludwig Schranz zum Schriftführer der Kirchengemeinde gewählt, der auch nach einiger Weisung selbständig die Protokolle, die Abrechnungen und die Kirchensteuer-Angelegenheiten erledigen konnte. Auch im Kantorenamt gab es seit dem Jahre 1939 öfters Veränderungen.1939 waren Ladislaus Polster und Josef Istenes die Kantoren.

Nachdem aber beide das Amt zur Verfügung gestellt hatten, wählte die Gemeinde den Lehrer Franz Heves zum Kantor. Da Heves aber in diesen kriegerischen Zeiten öfters eingezogen, beziehungsweise in Kriegsgefangenschaft war, versah meistens Ludwig Schranz treu den Kant°1:'.endienst, gerade in den kritischen Jahren. Nachdem Heves 1949 nach Ödenburg versetzt wurde, wählte die Gemeinde schließlich Schranz zu ihrem Kantor, jedoch musste er bereits im Frühjahr 1950 auf Weisung der Lehrergewerkschaft sein Amt zur Verfügung stellen. Von jener Zeit an also fehlten die Lehrer, die gute Mitarbeiter des Pfarrers gewesen waren.
Auch das Kirchensteuerwesen musste neu geregelt werden. 1947 zweigte man die Kirchensteuer von der bisher gemeinschaftlich verwalteten Staatssteuer wieder ab und veranlagte die Gemeindemitglieder nach dem Muster der Steuerbemessung der Ödenburger Kirchengemeinde. Damit beging man einen Fehler, denn der stark progressive Steuersatz gehörte der Vergangenheit an. Die Steuerveranlagung verspätete sich von Jahr zu Jahr, deshalb wurden auch die Steuerrückstände immer größer. Die Steuermoral wurde jedoch in der letzten Zeit besser. Viele bezahlten ihre Rückstände, und 65 % der Bemessung gingen ohne besondere Reklamation ein.

Die materiellen Angelegenheiten wurden dann nach und nach auf das Prinzip der Freiwilligkeit umgestellt. Die Kollekten, freiwilligen Spenden und der Wert der freiwilligen Arbeiten überstiegen bereits die Summen der Kirchensteuer. Der Verlauf der persönlichen und materiellen Angelegenheiten der Gemeinde zeigte in den letzten Jahren einen bedeutenden Fortschritt. Und da sich die Gemeindeglieder immer mehr für die Gemeindearbeit mitverantwortlich wussten - so Karl Pröhle - und ihn bei der Erledigung der materiellen Angelegenheiten entlasteten, blieb ihm mehr Zeit für die intensivere geistliche Arbeit.

2. Angeregte geistige Arbeit
Die freigewordene Zeit benutzte Pfarrer Pröhle in erster Linie zur Vermehrung seiner Hausbesuche. Die Zahl der Kirchgänger wurde dadurch nicht größer, aber er machte sein Verhältnis zu den Gläubigen zweifellos unmittelbarer. Da er sich immer mehr damit beschäftigte, wie er die Nichtkirchgänger gewinnen könnte, versuchte er es mit Evangelisationen. Weihnachten 1948 hielt er eine Gemeinde-, Ostern 1949 eine Jugendevangelisation, die wohl ein Drittel der Gemeinde ansprach, jedoch kaum die Nichtkirchgänger erfasste. Im Herbst 1947 begann er mit großer Anstrengung, deutsche wie ungarische Mädchen-Bibelkreise einzurichten. Den zweistimmigen Singkreis leitete der Pfarrer selbst. Es wurden Religions- abende daheim und in den Nachbargemeinden veranstaltet, so auch z. B. in Répcelak. Großen Anklang fanden die Handarbeitsstunden für die Mädchen, gehalten von der Kindergärtnerin Josefa Mesterházy. Auf jede Weise versuchte der Pfarrer die Gunst der Jugend zu erlangen und sie langsam für die Bibel zu interessieren. Seit 1947 gab er in allen Schulklassen den Religionsunterricht. Das erwies sich als eine mühsame, viel Zeit beanspruchende, doch auch als eine viel Freude versprechende Arbeit. Die Kinder kamen gerne zu den Religionsstunden und zum sonntäglichen Kindergottesdienst. Pfarrer Pröhle zog stolz am Ende seiner Wandorfer Amtszeit das Fazit, dass die starke Besucherzahl der Gottesdienste, die absoluten Zahlen der Abendmahlsteilnehmer und der Spenden der jetzigen kleinen Gemeinde fast übereinstimmt mit den Daten der viermal größeren Gemeinde vor der Aussiedlung.

3. Pfarrer Pröhles Abgang
Pfarrer Pröhle unterrichtete neben seiner Pfarrertätigkeit seit 1948 an der Theologischen Fakultät in Ödenburg, wo er später sogar ordentlicher Professor wurde. Er wohnte dabei im Pfarrhause zu Wandorf und betreute auch weiterhin die Gemeinde. Als aber die Akademie Ende 1951 nach Budapest verlegt wurde, dankte er von seinem Pfarramte ab und widmete sich nur mehr der Pfarrerausbildung in der Landeshauptstadt.
 

Nachtrag des "www.wandorf-Teams"
 
Dr. Karl Pröhle ist am 10.5.2005 verstorben
 
proehle todesanzeige
 
Übersetzung
 
Jesus sprach: Ich bin die Auferstehung und das Leben.
Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe.
(Johannes 11, 25)


D. Dr. Karl Pröhle


Pensionierter Lehrer der Theologie ist im 95. Lebensjahr am 10. Mai 2005 abends nach 8 Uhr ruhig verstorben.
Die ungarische evangelische Kirche, die evangelische Glaubenswissenschaftliche Universität und der ungarische Ökomenische Kirchenrat betrachten es als den eigenen Tod.


Am dienstag, den 31. Mai 2005 um 14 Uhr nehmen wir endgültig im Rahmen eines Gottesdienstes in der evangelischen Kirche von Kelenföld (Bocskai út 10.) Abschied, und bestatten seine Urne in der Unteren Kirche.

Die trauernde Familie, Verwandte, Pfarrer und Lehrerkollegen.


Mit den für Blumen und Kränze gedachten Beträgen, unterstützen sie bitte den Kelenfölder Kirchenbauverein.
 
Quelle: Wandorf - Geschichte und Entwicklung
Die Geschichte und Entwicklung eines ehemaligen Stadtdorfes Ödenburgs
Hans Degendorfer, Matthias Ziegler (1991)